Wenn Euch ein Mensch fremd ist, dann ist es in der Regel leichter, für den Anderen angemessen und ihm helfend zu reagieren.
Einem Menschen, der irgendeiner Sucht verfallen ist, kann oft nur geholfen werden, indem wir ihn loslassen. Ihm also nicht immer (wieder) das Gewünschte geben.
Ein Suchtmittel kann neben Drogen, Alkohol, Zigraretten auch Geld und Gut sein.
Bei einem fremden Menschen wüssten wir in der Regel, was zu tun ist, aber sobald Emotionen und sog. familiäre Bindungen mit im Spiel sind, wird es oft schwierg. Da kann sich die lösende/erlösende Entscheidung über Jahre, ja über ein ganzes Leben, hinziehen.
Nehmt einmal an, Ihr hättet ein Kind, welches nicht mit Geld umgehen kann. Mehr raus als rein. Nur das Beste, Teuerste soll es sein. Anstatt Essen zu kaufen, wird das Geld in Objekte der Begierde umgesetzt. Das kann alles mögliche sein. Besondere Teile an einem Auto, teure Kleidung, der größte und schönste Wagen soll es ein und dergleichen mehr.
Ihr als Elternteil z. B. seid jemand, der von fünfzig Euro hundert spart. Für Euch selber gebt Ihr quasi nichts aus, um dem Kind immer wieder aus der "Klemme" zu helfen. Schließlich ist es Euer Fleisch und Euer Blut und so schmerzt es Euch, wenn die ausgesprochenen oder auch unausgesprochenen Vorwürfe an Euch nagen.
Ihr liebt Euer Kind über alles und Ihr würdet Euer Leben für das Kind geben. Dann kommt irgendwann die Zeit, in der Ihr immer öfter das Gefühl habt, dass Ihr Euch die "Liebe" von Eurem Kind nur noch erkaufen könnt. Sobald Euer Geldhahn dann einmal zugedreht bleibt, bekommt Ihr sofort wieder eine Abfuhr mit Kontaktentzug.
Irgendwann sollte der Tag kommen, an dem Ihr Euch nicht mehr erpressen lasst. Denn genau das ist es!
Ja, wir sollten niemanden richten und es steht auch geschrieben, dass, wenn wir einen Menschen richten, wir mit den gleichen Worten selbst gerichtet/gemessen werden. In der Bibel steht geschrieben: Wen Gott liebt, den züchtigt er. Es ist also auch ein Akt der Liebe, wenn wir darin streng sind.
Wir müssen sachlich bleiben und uns auch nicht mit Aussprüchen aus der Bibel erpressen lassen.
Wir wollen ja gar nicht richten, sondern das Entziehen des Druckmittels ist oft die einzige Chance, einem solchen Menschen zu helfen.
Fast immer könnt Ihr den Unterschied in der Sachlichkeit oder der Unsachlichkeit im Umgang mit dem Problem erkennen. Nicht verurteilen sollt Ihr diesen Menschen, sondern ihn den Gottgesetzen überlassen, so dass er eigene Kräfte entwickeln kann, um so stark werden zu können, sich aus diesem Kreislauf zu befreien. Ihr habt am Ende sogar eine Mitschuld, indem Ihr diesem Drang, immer nur zu fordern oder sich an Suchtmitteln zu befriedigen, stattgegeben habt.
Darüber lohnt es sich heute, nachzdenken.